Liebe Leser, die Theatertage werden mit viel Freude, Ideen, Erfahrungen, extrem viel Engagement und Zeit des Vereins Spielbühne sowie der Einbindung vieler Sponsoren und Helfer vorbereitet. Dazu kommen natürlich Proben, Proben, Proben, Einladungen, Abstimmungen und Reaktionen auf Unvorhergesehenes. Auch Übernachtungen, Workshops und gemeinsames Essen werden abgesichert. Maus überschaut das gar nicht, sondern erlebt vor allem die tollen Aufführungen und die Reaktionen der Zuschauer.
Neu ist in diesem Jahr, dass die Moderationen sowie die Medienpräsentation durchgängig von jungen Mitgliedern der Spielbühne übernommen werden. Auf Facebook und Instagram ist eine spürbare Präsenz vorhanden und sogar der MDR berichtete im Sachsenspiegel am 11. 04. 2026.
10. 04 2026
Die Kindertheatergruppe unter der Leitung von Winnie eröffnete mit SECHSE KOMMEN DURCH DIE GANZE WELT. Das Märchen wurde spielfreudig und gekonnt aufgeführt. Es zeigte das Zusammenstehen von Freunden, die unterschiedlichste Begabungen haben. Sie nutzten diese gemeinsam, um sich gegen Willkür und Machtgehabe zu behaupten. Originell, sympathisch und begeisternd kamen die besonderen Charaktere bei den Zuschauern an. Durch ihre Kostüme, die Dekoration und ihre emotionale Kälte hob sich die Obrigkeit ab und setzte sich durch ihr unglaubliches Handeln ins Unrecht. (Ähnlichkeiten mit aktuellen politischen Ereignissen kommen da vielleicht nicht nur in einem Mäusekopf vor.) Ganz märchenhaft siegte das Gute und alle Darsteller bekamen von den Zuschauern verdient begeisterten Beifall!
11. 04. 2026
Am Samstagabend tobte geballte Energie bestehend aus drei Herren der Theatergruppe SPIELBRETT Dresden über die Bühne und bot in einer einzigen Aufführung SHAKESPEARE KOMPLETT. Ja, da war was los! Dem echten Mister Shakespeare hätte das bestimmt gefallen, wie seine Stücke publikumswirksam interpretiert wurden: Ganz klassisch mit Männern in Frauenrollen, Unmengen Kunstblut und Theaterdolchen, Schlägereien und Degenfechten (es wurde mehrfach zugestochen, damit der letzte Zuschauer auch ohne Brille das „wahrhaftige Ableben“ mitbekam), ein abgeschlagener „Kopf“ samt Krone rollte über die Spiel-Bretter und sogar Puppen verschiedenster Art- einschließlich Barbie- sowie RAP-Versionen der Texte wurden eingesetzt. Eine Zuschauerin durfte ihre Mitspielfähigkeiten entdecken und wurde zu Recht bejubelt.
Kenntnisse der echten Shakespearestücke waren sinnvoll, wenngleich nicht immer notwendig. Auch wurden Informationen über sein Leben wie nebenbei dargeboten. Zum Abschluss wurde HAMLET zwei Mal vorwärts und einmal rückwärts gespielt, wo die unglaublichen Fähigkeiten und Ambitionen der Shakespeare-UrUr…Urenkel nochmals zu Begeisterungsstürmen bei den Zuschauern führte. Ein besonderes Ereignis für mich Theatermaus war die Ratte auf Hamlets Mütze und bezeugte eindeutig unsere Nagerberechtigung im Theater.
Verwirrt und inspiriert von der Unmenge Grusel und Entsetzen, Lachen und Unsinn, Musik und Sprache verließ eure SINE den Zuschauerraum, überzeugt, dass das TheaterSPIEL für Mensch und Maus (über)lebensnotwendig ist.
12. 04. 2026
DIE SALZPRINZESSIN dargeboten vom Theaterverein Stolberg aus dem Erzgebirge (danke für die weite Anreise) gestaltete den Sonntagvormittag.
Vielleicht gibt es im Erzgebirge keine Salzstollen, aber andere wichtige Bodenschätze. Und so fängt Maus mit dem Ende des Stückes an, wo die fleißige und liebevolle Maruschka als Belohnung für ihre Ehrlichkeit und Liebe gegenüber Mensch und Natur die Berechtigung zum Salzabbau bekam. Ihr wurde verantwortungsvolles Handeln zugetraut, während die selbstsüchtigen Schwestern und ihr königlicher Vater erst eine eindringliche Lektion lernen mussten, um ein scheinbar selbstverständliches Gut wie das Salz zu schätzen. Dabei spielten alle drei Prinzessinnen und das witzig kluge Ein-nein-Eichhörnchen, der -ach, so alte- König und die harsche, aber doch gutwillige Gouvernante überzeugend ihre Rollen. Viel Sympathie bekamen auch die Wahrsagerin und ihr Schäfchen als Vertreter des einfachen naturverbundenen Menschen mit Haustier und handwerklichen Fähigkeiten. Sie übernahm auch die Ausbildung Maruschkas zum bewusst arbeitenden, wissenden und emauszipierten Mädchen.
Das Ensemble zeigte Wandlungsfähigkeit, spielte Mehrfachrollen und kam mit relativ wenigen Requisiten aus. Seine überzeugende Interpretation des (auch wieder durchaus thematisch aktuellen) Märchens wurde durch herzlichen Beifall belohnt.
Am Sonntag wurden auch die Gästeensembles herzlich bedankt und verabschiedet…aber das Festival geht noch weiter!