FRAUENTAG 2026

FRAUENTAG 2026

EIN BLICK ZURÜCK - ODER - WIE DAS LEBEN SO SPIELT 9. 3. 2026

Also als Maus erlebt man ja schon viele wilde Dinge, aber das Theaterstück zum Frauentag hat meinen Schnurrbart erbeben lassen. Da hat es ja gewaltig gemenschelt!

Passt auf: Drei fesche ältere Damen trafen sich am Grab eines gemeinsamen(!) Geliebten, nämlich Gisbert. Das hat sich natürlich erst im Laufe des Gesprächs herausgestellt. Sie schwelgten in und schwärmten von seinen und selbstredend ihren Liebesabenteuern mit ihm. Dabei haben sie ganz schön angegeben und, soweit das für Mäuse verständlich war, waren sie in jungen Jahren ganz schön wilde Bienen. Die kleinen Sektfläschchen in den Handtaschen beflügelten den Redefluss und ließen mich schon fast ein Kriminalstück befürchten. Aber alles lag schon ein dreiviertel Menschenleben zurück und das eigentliche Abenteuer, das die ehemalige Ehefrau Gisela des Gisbert zu berichten hatte, wurde ganz gekonnt auf der Bühne nebendran gespielt. Ein paralleler Rückblick sozusagen:

Gisela und Gisbert- jung und fesch im Look der 1950er Jahre- trafen sich in seinem Auto zu einem ersten zarten Rendevous. Er schenkte ihr einen Kaktus. Durch das weibliche Publikum ging ein Raunen. Wo war die Romantik? Oder hatte er „seinen kleinen grünen Kaktus“ im Kopf, der Schelm? Dagegen Gisela- in jugendlicher Unschuld- konnte die bisher herrschende peinliche Stille durch einen naturwissenschaftlich fundierten lang anhaltenden begeisterten Kakteenvortrag beenden. Der irritierte Gisbert seinerseits wurde erlöst oder auch verwirrt durch einen alten Herren, der die Parkposition seines Autos kritisierte. Als dieser dagegen bemerkte, dass ein Stelldichein stattfand, schwenkte er um zu eindeutig zweideutigen Tipps, die Verführung junger Damen betreffend. Hier war das emanzipierte Publikum etwas empört, was wollte dieser alte …. Nun wechselte er auch noch auf die Autoseite von Gisela, die Tuch und Sonnenbrille ins Gesicht zog …und erkannte seine Tochter! Die Ratschläge waren vergessen, Empörung plötzlich angebracht, Gisela sauste davon, der Vater hinterher. Nun ja, die Fünfziger… oder war es später?

Das Mitgefühl der Friedhofsdamen und des Publikums war Gisela (der gegenwärtigen) nun sicher und wieder versöhnt erhielt auch der unterirdische Gisbert seinen Getränkeanteil und unsere Schauspielerinnen und Schauspieler der Spielbühne bekamen verdienten Beifall!

Theatermaus SINE hat auch noch neue Gesichter auf der Bühne entdeckt und das ist, außer den gelungenen zwei Vorstellungen nochmal Grund zu riesiger Freude.

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